#9 Der Papst und die Würde des Kindes

„Einmal habe ich einen Vater bei einem Treffen mit Ehepaaren sagen hören: ‚Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen.“ so beginnt der Papst seine kleine Geschichte: „Wie schön“, so Franziskus weiter. „Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber er tut es gerecht und geht dann weiter.“ (1)

Statt sich empört zu geben könnte die bürgerliche Öffentlichkeit von diesem Papst etwas lernen über den Gehalt jener Würde, die hier Grundgesetzlich gesichert wird. Die Anerkennung, dass jeder Bürger einen Willen hat, ist eben etwas ganz anderes, als den Inhalt des Willens zu würdigen. Deswegen kann der Papst auch Würde und Gewalt gegen Kinder so gut zusammen bekommen wie das Grundgesetz die Würde und das Gefängnis:

„Franziskus habe nicht zu Gewalt oder Grausamkeit gegenüber Kindern aufgerufen, sondern darüber gesprochen, beim „Wachsen und Reifen“ eines Kindes zu helfen.“ (1) – so wie der bürgerliche Staat nicht zur Gewalt gegen die Bürger aufruft, sondern zur Sicherung ihrer Freiheit gegen die Verbrecher. Und so bleibt auch die Würde gewahrt: Der Mensch als „Zweck an sich“ darf nie nur „Mittel zum Zweck“ sein: Und deshalb dürfen nach dem Papst Kinder gezüchtigt werden, sollange es ihnen beim „Wachsen und Reifen“ hilft.

http://www.keinort.de/

(1) http://derstandard.at/2000011358548/Papst-Franziskus-Schlagen-von-Kindern-in-Ordnung



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.