#10 Alles nicht so schlimm wie die Rassisten tun

Horst Seehofer und seine CSU wettern gegen Rumänen und bekommt Schelte von unerwarteter Seite: „Ihre Polemik gegen Zuwanderer ist brandgefährlich“(1) schreibt der Spiegel, und meint damit nicht etwa brandgefährlich für die Flüchtlinge, die in Deutschland gerne mal lebendig verbrannt werden von den Deutschnationalen, sondern natürlich brandgefährlich für das einzige, was den Spiegel interessiert: „Ihre Polemik gegen Zuwanderer ist brandgefährlich – weil gleichzeitig niemand Europas Werte verteidigt.“ (1) Gefährlich also vor allem für DAS Projekt des deutschen Staates, und damit eben gefährlich für Deutschland selbst.

An dieser Stelle merkt man schon: Wenn Seehofer und der Spiegel sich streiten, dann höchstens darum, w i e genau das deutsche Interesse am besten Vertreten werden kann – und sicher nicht um das Wohlergehen von ein paar armen Rumänen. An deren Zuzug findet der Spiegel erstmal gar nichts Illegales: „völlig regelkonform“(1) lautet sein Urteil. Dass alles gar nicht so schlimm ist, wie der Seehofer sagt, schreiben sie gleich dazu: „da CSU-Politiker gegen den – völlig regelkonformen – Zuzug von Rumänen oder Bulgaren nach Deutschland wettern, als stünden massenweise unqualifizierte Zuwanderer vor der Haustür.“ (1)

A l s stünde er bevor – d a n n könnte der Spiegel natürlich auch verstehen wenn man die Zigeuner dahin zurückwünscht wo der Pfeffer wächst oder wo sie halt herkommen. „Das liest sich, als seien Rumänen oder Bulgaren bestenfalls Europäer zweiter oder gleich dritter Klasse.“ (1) Damit meint der aufrechte Antirassist Gregor Peter Schmitz vom Onlinedienst des Schmierenblatts natürlich nicht seinen eigenen Artikel, sondern ein Papier der CSU. Natürlich liefert ein Guter wie Schmitz auch gleich ein Argument f ü r die Einwanderung von Rumänen:

Da es weder CSU noch SPIEGEL einfallen würde mal auf die Lebenslage von den Rumänen zu schauen, die sich da überlegen in Deutschland einzuwandern, und es f ü r ein Argument halten könnten das es diesen dann besser geht, ließt sich das Argument für die Einwanderung dann auch gefolgt: „Von lästigen Fakten – etwa Kalkulationen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags über den konkreten Nutzen der Ost-Zuwanderung – lässt sich ein aufrechter CSU-Politiker dabei nicht beirren.“ (1) Der Spiegel hat es also mal wieder gezeigt: Es ist gar nicht so tragisch, dass man schon gegen die Zigeuner hetzen müsste – gerade nützen sie uns auch, warum der Seehofer auch nicht als verantwortungsvoller Politiker geschätzt sondern als Hetzer denunziert wird.

Seehofer lernt so, dass selbst die nationalistische Presse einen manchmal beim Hetzen nicht unterstützt: Einfach weil man sich von den Ausländern mehr erwartet, wenn man sie für sich arbeiten lässt als wenn man sie abschiebt. Die Ausländer indes leben prekär mit antifaschistischen Freunden wie Schmitz: Wo sie in seiner Rechnung nicht mehr gut sind fürs deutsche Interesse und wirklich „massenweise unqualifizierte Zuwanderer vor der Haustür“(1) stehen, da wird sich der Spiegel – wie immer – einreihen in die Front aus deutschnationalen Zigeunerjägern.

(1) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/eu-zuwanderung-csu-verhaelt-sich-wie-tea-party-und-euro-populisten-a-942136.html



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