#5 Wir sind alle Rassisten

Das „Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (ifp)“ weiß woher der Rassismus kommst ohne sich Kapital, Staat und Nation überhaupt nur einmal anzusehen: „Wir ordnen unsere Welt in Stereotypen, ob wir wollen oder nicht. Sie bündeln unser Wissen über soziale Gruppen. Die Eigenschaften, die wir mit dem Stereotypen verbinden, sind in unserem Kopf angeordnet wie Dominosteine. Wird ein Stein angestoßen, fallen alle anderen.“ (1) So weiß das ifp schnell: „Wir sind alle Rassisten“ (1) und ergänzt nicht weniger Meschugge „– ohne es zu wissen.“ (1)

Warum Menschen, wenn sie schon Stereotypen aufmachen, bei Schwarzen ausgerechnet das Stereotyp „musikalisch, sicherlich arm und potentiell gefährlich.“ (1) aufmachen und nicht etwa „ist schwarz“ wird leider nicht erklärt: Vielleicht, weil selbst dem ifp da klar sein müsste, dass Rassismus eben nicht dabei beginnt, die Welt für sich im Kopf zu ordnen oder wenn man einen Schwarzen sieht, an all den rassistischen Müll zu denken, der vom Spiegel bis zur Bild und von der Uni bis zur Kneipe verbreitet wird. Schwarze müssen in dieser Welt schon ganz faktisch in ihrer Mehrheit ziemlich beschissen dran sein, damit man auf die Verknüpfung Schwarz = „arm und potentiell gefährlich“ (1) kommt.

Rassimus ist eine Leistung des Verstandes und seines Willens, ernsthaft zu behaupten, Menschen hätten bestimmte Eigenschaften aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft. „Ohne es zu wissen“ (1) ist also kein Mensch auf dieser Welt ein Rassist – ohne es sich selbst oder anderen Einzugestehen allerdings schon.

Das die Gesellschaft ausmacht, wie sich Leute zueinander stellen, fällt selbst dem ifp indirekt auf. Bei einem Experiment werden Kinder aufeinander gehetzt und enwickeln schnell Antipatien gegen die andere Gruppe. Die Lösung des Campleiters: Ein gemeinsames Ziel, dass alle Teilen: „Mit dem Ziel vor Augen rauften sich die Kinder zusammen.“ (1) In einer Welt der Nationen und der Konkurrenz ist es also vielleicht gar nicht so erstaunlich wie Menschen auf das falsche Urteil kommen, alle Schwarzen seien Feinde ihres nationalen Projektes Deutschland voran zu bringen – ist der deutsche Wirtschaftsstandort doch real in Konkurrenz mit jedem anderen. Dabei ist eines klar: Leider sind die meisten Schwarzen die in Deutschland leben dumm genugt, sich nichts seeliger zu Wünschen, als endlich anerkannt zu werden als produktive Mitglieder dieser Gesellschaft, wieso auch der Rassist sich irrt, wenn er einen Prinzipiellen Feind im Ausländer oder Schwarzen entdeckt.

„Wir alle“ sind auch keine Rassisten. Kein Gen oder ein bestimmt gezwirbelter Hirnmuskel macht uns zu Schwarzenhassern oder Frauenverachtern. Sollange es aber real Staaten gibt und die Menschen sich positiv auf diese Beziehen, sollange wird es auch Menschen geben, die ihren Staat in Gefahr sehen gegen „die Anderen“ – was ja auch gar nicht immer falsch ist. So hetzen die Demokraten der Mitte doch auch gerne mal auf rassistische Manier gegen den Erbfeind, den Afgahnen oder wen es gerade zu bekämpfen gilt – wichtig ist ihnen dabei nur, dass jene Ausländer, die sie für nützlich halten für das nationale Projekt, nicht Opfer eines sogenannten überzogenen Nationalismus werden.

(1) http://asyl.ifp-kma.de/rassismus/



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