#6 Fortschritt und Allgemeinwohl

#6 – Fortschritt und Allgemeinwohl

Fortschritt und Allgemeinwohl Der Allgemeinplatz, der Fortschritt habe immer seinen Preis ist ein Fehlschluss mit größten Folgen. Fortschritt ist, auf etwas spezifisches bezogen, eine Verbesserung der Mittel für einen bestimmten Zweck: Will ich eine Hausarbeit schreiben, ist es ein Fortschritt wenn ich bereits die Materialien für diese Gesichtet habe. Will ich meinen Hunger befriedigen, ist es ein Fortschritt Essen anzubauen, im Gegensatz zum wilden Sammeln von Früchten. Hier wird bereits deutlich, dass Fortschritt, sollange man den Zweck einer Sache teilt, immer positiv ist und auch keinen Preis, d.h. keine negative Seite kennt. Die Zeit, die Notwendig ist um etwas zu erfinden oder durch zu setzten, ist kein Preis, kein Negatives, sondern Notwendigkeit in der Sache – der Aufwand für das anbauen von Essen im Verhältnis von Sammeln lohnt sich entweder für ein Individuum und damit ist es ein Fortschritt; oder es war ein Fehler, ein Rückschritt – dann wird es eingestellt.

Die vielbeschworene Dialektik des Fortschritts, bzw. die Kritik des Fortschritts kommt durch zwei Fehlurteile Zustande. Erstens wird nicht mehr von einem spezifischen Fortschritt gesprochen: z.B. ist Recht offensichtlich, dass ein Fortschritt in der Waffentechnologie, mit dem Zweck staatliche Interessen durchzusetzten, für mich kein Guter ist. Das liegt aber nicht im Wesen einer abstrakten Sache wie Fortschritt, sondern im sehr konkreten Zweck staatlicher Gewalt: Sein Menschenmaterial und fremdes für seine Zwecke herrichten. Wenn allerdings vom allgemeinen Fortschritt gesprochen wird, beginnt der zweite Fehler: Was soll allgemeiner Fortschritt anderes sein, als der Fortschritt aller Gesellschaftsmitglieder? In einer Gesellschaft, in der allerdings sehr unterschiedliche Interessen unterwegs sind, die sich reihenweise gegenseitig Widerprechen (Mieter/Vermieter, Lohnarbeiter/Kapitalist) und zwangsweiße Beschädigen, ist das Allgemeinwohl immer eine Farce – in den meisten Fällen ist damit einfach das Wohl der jeweiligen nationalen Gemeinschaft gemeint, die vom Staat repräsentiert und Zusammengehalten wird. Damit meint ein allgemeiner Begriff von Fortschritt den Fortschritt dieses Staates.

Wenn also von einer Dialektik des Fortschritts geschrieben wird, oder von einer Negativen Seite des Fortschritts, dann ist damit immer schon einiges Unterstellt: Das es um den allgemeinen Fortschritt geht und der dumme Glaube, in dieser Allgemeinheit müsste mein partikulares Interesse gut zu Leben doch eigentlich aufgehoben sein. Die Fortschrittskritiker stellen dann fest, dass technische Innovation, neue Fabriken, mehr Wissen, bessere Straßen, ja Technik, Wissenschaft, Medizin und alle anderen Wissenschaften mit ihrem immer besseren Wissen und Mitteln gar nicht für ihr besseres Leben hergenommen werden und kommen dann zu dem falschen Urteil: Fortschritt hat also wohl auch negative Seiten: Welthunger, Ökokatastrophe, Klimaerwährmun, Krebsrate, Burnouts. Dabei wäre jeder Fortschritt der Mittel beim einem sinnvollen Zweck ganz ohne Nebenwirkungen zu haben – Der Zweck für die Leute auf diesem Erdenrund alles zu produzieren, was sie so brauchen hat der Sache nach erstmal nicht die Nebenwirkung, Mensch und Planet zu zerstören. Diese Nebenwirkung hat erstmal nur der Zweck Profitmaximierung – was staatliches Programm ist und der Zweck dieses Ladens. Diese Art des Fortschritts hat auch keine Dialektik oder einen Preis der zu hoch wäre – diese Art des Fortschritts, bessere Mittel zu finden um Gewinn zu machen, ist schlicht abzulehnen.



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