#2 Überfremdung

„Zu viele Ausländer in Deutschland“ schreit es aus der Volksseele und die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) antwortet hier schnell: Das stimmt doch gar nicht. „Im Ernst kann auch keine Rede von verstärkter Zuwanderung und schließlicher „Überfremdung“ sein. Im Jahre 1998 sind beispielsweise 605500 Ausländer zugezogen, 639000 sind weggezogen, am Ende des Jahres lebten also 34000 Ausländer weniger in Deutschland. Und dieses Jahr ist keine Ausnahme.“ (1)

Überhaupt offenbart die BpB, dass sie die Bedenken der Faschisten sehr ernst nimmt. Die prinzipielle Angst um das Erbgut des Deutschen Volkes findet Zustimmung, der Faschist wird nur kritisiert, dass er eine Überfremdung sieht wo gar keine ist. So wird sauber aufgelistet, wieviel Menschenmaterial anderer Staaten gerade in Deutschland seinen Dienst verrichtet oder dem eben dieses verweigert wird. “ […] Flüchtlinge, die nur geduldet werden, solange in ihrer Heimat Gefahr für Leib und Leben oder Freiheit besteht. Sie sind keine Asylbewerber, ihre Gesamtzahl betrug 1997 360000. Sie haben keine Arbeitserlaubnis. […]“ (1) Die Auflistung hat scheinbar nur einen Zweck: Zu zeigen, dass der Deutsche Staat bereits gut sortiert, wer wie lange und warum nach Deutschland darf um die Deutschen zu beruhigen: Überfremdung sieht wirklich anders aus.

Der Nationalismus der BpB ist das gemeinsame Fundament mit den Faschisten: Überfremdung wird hier als „Rechtsextremes Vorurteil“ entlarvt mit dem Argument: Schaut doch mal wie gut wir Demokraten schon die Ausländer draußen halten – da braucht doch niemand die NPD. Und Recht haben sie. Und so lernen wir, das Überfremdung heute zu behaupten ein rechtsextremes Vorurteil ist, sie allerdings zu verhindern höchste Aufgabe des bürgerlichen Staates.

(1) http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37986/argumente-gegen-rechte-vorurteile?p=18



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