#44 Eure Alternativen kotzen mich an

Kritik soll ja bekanntlich nur konstruktiv sein – damit meinen die Herrschenden nichts anderes, als das eine Kritik immer schon die Zustimmung zum Laden enthalten muss wenn sie ernstgenommen werden will; kritisiert werden soll einzig die Art der Durchführung, nicht der Zweck. So solle man doch bitte Lohnarbeit nur kritisieren, wenn man eine Alternative kenne zur Herstellung des nationalen Reichtums.

Aber es sind ja nicht nur die Lakaien von Staat & Kapital die da Konstruktivität einfordern. Ein ganzes Heer von Linken fordert eine Praxis zur Umgestaltung der Welt ohne sich noch die Mühe zu machen diese einmal anständig zu kritisieren. Vom Keynsianismus über die die Nullwachstumsgesellschaft werden da Leichen zusammengeflickt und Unsinn verzapft.

Und die Alternativsucher haben indess ihre ganz eigene Biographie des Scheiterns. Mit 15 in der Punkerclique, mit 18 auf der Antinazidemo, mit 20 in der Kommune oder im Frauenbuchladen, dann irgendwo zwischen Gorleben Zelten und die Zeit totschlagen im selbstverwalteten Jugendhaus. Reichlich desillusioniert landen sie dann bei der SPD oder den Grünen, weil „es“ ja alles nichts gebracht hat. „Es“ ist dabei ihre eigene Praxis – wird aber gerne mit der Kritik am bestehenden verwechselt, die wirklich zu leisten sie nie in der Lage waren.

Eure Alternativen zur Kritik am bestehenden sind keine; es sind beschäftigungstherapien und der Versuch sich mächtig zu fühlen.
Eure Alternativen kotzen mich an.



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