#43 Diebstahl ist Eigentum

Besser bekannt ist dieser Satz unter Eigentum ist Diebstahl; Er stammt von Pierre-Joseph Proudhon, einem Anarchisten, den die meisten Anarchisten am liebsten aus ihrer Ahnenreihe streichen würden – dieser Satz selbst erfreut sich allerdings bis heute großer Beliebtheit.

Wie schnell sich dieses Verhältnis von Diebstahl und Eigentum wandelt ist bei der Mafia zu sehen. Die hat nicht zuletzt deshalb einen so großen legalen Arm um, wie es so blumig heißt, ihr Geld zu waschen. Damit ist nichts anderes gemeint, als das sie legal erklären kann, wo das Geld herkommt – damit der Diebstahl eben wieder Eigentum wird. Das hat seinen guten Grund – ist doch heute selbst der Dieb am Ende seines Coups darauf angewießen, dass die Staatsmacht mit ihrem Gewaltapparat sein Eigentum schützt; vor den eigenen Kollegen.

Das angeblich subversive Potenzial dieses Satzes ist also schnell erschöpft, ist der Diebstahl selbst doch eine Kategorie die nur mit Eigentum zusammen gedacht überhaupt einen Sinn ergibt. So war Proudhon auch gar kein Feind des Eigentums per se; nur wenn es „[…] Privilegien birgt, solange bedeutet privilegiertes – also erpresserisches – Eigentum Diebstahl […]“. Ansonsten, wie könnte es anders sein, ist für den Frühanarchisten das Eigentum Ausdruck der menschlichen Freiheit und damit gegen die Kommunisten zu verteidigen.



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