#42 Kein Verständnis ohne Verstand

Jede Form der Propaganda und der Agitation muss sich daran messen lassen, ob sie auch verstanden wird. Wenn ich jemand etwas sage, dass er nicht versteht, habe ich ihm nichts gesagt. Selbstbespaßungen mancher linken Gruppe ala „Insurektionalistische Betrachtungen über die historische Entwicklung des Anarchosyndikalismus zwischen 1932 und 1936“ kann und sollte also kritisiert werden.

Die Forderung wiederrum, jeder Gedanke müsse ohne den eigenen Verstand erfassbar sein, sozusagen sich selbst denken und damit völlig ohne Anstrengung begreifbar sein entspringt etwas anderem als der Forderung nach Verständlichkeit; Wo der Gedanke sich dem Alltagsverstand entzieht, ist es eben nicht der Agitator der keine gute Arbeit leistet. Es ist in der Sache, dass ein Gedanke der neue Wege eröffnet schwierig vorwärts kommt und anstrengung erfordert. Die Forderung nach einer einfachen Sprache ist hier nur das Ressentiment gegen Gedanken, welche nicht die eigene Ideologie bestätigen und sich damit einem Verständnis beim ersten lesen fast immer Entziehen.

Die Kritik ist noch nicht geschrieben worden, die den Kritisierten so sanft umwickelt, dass er in die Decke der neuen Erkenntnis gehüllt friedlich einschläft.



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