#41 Serok Apo hat Geburtstag und die Linke feiert

Allein der Name Serok Apo ist schon Kritikwürdig. Apo heißt Onkelchen, und stellt schön die Patriarchalen Verhältnisse dar. Serok heißt Führer – dazu ist nicht mehr zu sagen. Aber lassen wir Apo doch mal selbst sprechen, so wie in seinem Interview 1994:

„Die Kurden verlassen scharenweise ihr tausendjähriges Heimatland, um ihren Bauch zu füllen. Wenn man von Ehre und Stolz, von Recht und Gesetz spricht, dann werden wir sagen: Zuerst das Recht des Patriotismus, zuerst die Pflicht, die Heimat zu verteidigen.“ Süß ist das Sterben fürs Vaterland sagt man in Deutschland dazu.
Wem das noch nicht reicht, Apo reicht es auf jeden Fall noch nicht: „ein Verständnis, der Menschheit, das sich nicht auf Patriotismus stützt, ist Kosmopolitismus. […] Menschen, die ohne Heimat leben und von Demokratie und Sozialismus sprechen, begehen ein niederträchtiges Verbrechen.“
Aber der Apo ist nicht der einzige in der PKK der sowas kann. Was findet sich den schon im August 1994 in der Özgür Ülke? „in Wirklichkeit stehen das türkische spezielle Kriegsystem, heutzutage der Kemalismus, unter dem weltweiten zionitisch-imperialistischen Schutz. […] Es ist bekannt, daß die Juden weltweit sehr konspirativ arbeiten. Denn sie beuten die Welt aus, sie spielen mit der Welt. […] Alles dafür, daß eine kleine jüdische Minderheit die Welt regiert.“

Aber sicher auch nur eine Ausnahme, oder? Ah, dann gibts da noch dieses Interview in der Yeni Politika, dieses mal wieder vom Apo, wo er dann erläutert: „man muss wissen, daß Israel die tragende Macht ist, die die PKK den USA gegenüber als eine unbedingt zu eliminierende, terroristische Organisation denunziert hat.“ (18.7.1995).

Als letzten Schmankel noch das hier, wenn Antirassisten meinen den „Apo“ abfeiern zu müssen, dieses mal in einem Interview zwischen Wallraff und Apo 1997: „ich gebe zum Schluß noch eine Selbstkritik für alle Deutschen ab. Leider wird das entwickelte Deutschland aufgrund der Rückständigkeit unseres Volkes etwas verschmutzt. […] [Die Kurden] kamen aus zerstörten Dörfern und sind auf illegalen Wegen nach Deutschland geschickt worden. Das hätte nicht passieren dürfen. Auch das war ein Verbrechen. Sie wurden in die Elendsviertel der Großstädte gepfercht. Deswegen macht sich erneut Rassismus breit. Berechtigterweise übrigens! Ich finde, auch die Rechten sind im Recht. Ich sage offen, ich denke an diesem Punkt nicht wie ein Sozialdemokrat. Die Rechten haben Recht.“.



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