#0 Zum Geleit

Vor 100 Jahren mobilisierten in ganz Europa die Staaten gegen ihre Konkurrenten. Etwa 17 Millionen Menschen starben in den nächsten vier Jahren im Stahlbad des ersten Weltkrieges.
Vor 75 Jahren überfiel Deutschland am 1. September 1939 Polen – bis zum Ende des zweiten Weltkrieges durch die Kapitulation Japans starben 60 bis 70 Millionen Menschen.
Vor 15 Jahren wurde die Bundesrepublik Jugoslawien von der Nato angegriffen – ungefähr 3500 Menschen wurden getötet.

100 – 75 – 15. Eine Gelegenheit, sich mit dem Verhältnis der Staaten zueinander auseinander zu setzen. Wie stellen sich Staaten zueinander? Warum wird aus dem Frieden hier so schnell ein Krieg – und warum ist man sich nicht erst seit 1999 einig, dass Krieg manchmal nötig ist für den Frieden? Was ist das für ein Frieden, der ständig Kriege produziert und für seine Herstellung manchmal Krieg braucht? Woher kommt die Kriegsbegeisterung von unten und was ist von den Friedensfreunden zu halten?

100 – 75 – 15. Zu klären ist auch, warum Krieg ein Teil von Politik ist, und Clausewitz allemal Recht hat gegenüber „Krieg ist Krieg und nicht ein Teil von Politik“ (1). Es bedarf auch einer Prüfung, was von einer Linken zu halten ist, die sämtliche Bürgerkriege in der dritten Welt wohlwollend als Bewegungen gegen den Imperialismus interpretiert – und andersherum muss eine Kritik geleistet werden, an jenen, die im freien Westen, den Menschenrechten und Demokratie die Heilsbringer einer Zivilisation sehen, die gegen die Abgründe islamistischer Herrscher gleich Prometheus dem Menschen das Feuer der Erkenntnis bringen wollen – zuweilen eben auch mit Phosphorbomben.

(1) http://www.youtube.com/watch?v=baxYTKa0MIQ